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Toilette an der "Moselbach-Alm" geplant: Wie die Erfindung eines amerikanischen Soldaten die Wildpinkler-Debatte entspannt

Markus Weßling 12. Juni 2019 06:20

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    Etwa 100 Meter sind es vom öffentlichen Toiletten-Häuschen (rechts im Bild) bis zur Moselbach-Alm.

Waltrop 1973 erfand der in Deutschland stationierte amerikanische Soldat Fred Edwards die mobile Toilette, da er seine Notdurft bei Manövern nicht in Gesellschaft seiner Kameraden verrichten wollte. Eine mobile Toilette soll nun auch provisorisch an der "Moselbach-Alm" aufgebaut werden.

Bis Ende der Woche wird eine provisorische Toilettenanlage an der „Moselbach-Alm“ entstehen. Das sagte Pächter Max Schmitz auf Nachfrage. Welche Lösung genau es geben soll – etwa einen Toilettenwagen oder ein Urinal-Rondell – stand zum Zeitpunkt des Gesprächs mit der WZ noch nicht abschließend fest.

Das war bisher passiert: Wie berichtet, war im Hauptausschuss des Stadtrates angesprochen worden, dass manche Männer nicht, wie es eigentlich gedacht ist, die in wenigen Minuten erreichbare Toilettenanlage des Parks nutzen, sondern an der „Alm“ an den Bäumen urinieren. FDP-Ratsherr Dr. Jens Jordan hatte dieses Verhalten erzürnt, Bürgermeisterin Moenikes stimmte ihm zu.
Für Abhilfe müsse Max Schmitz als Pächter sorgen, entsprechende Gespräche liefen bereits, hieß es von der Stadtverwaltung. Die ist also nun in Sicht.


"90 Prozent nutzen Park-Toilette"

Max Schmitz sagte, sein Personal weise nun die Gäste noch einmal explizit auf die Toilettenanlage des Parks hin. Seinem Eindruck nach tritt das Problem weniger über Tag, sondern eher in den frühen Abendstunden auf. Er selbst habe noch niemanden „erwischt“. 90 Prozent der Park-Besucher – damit meint er nicht nur die Besucher der „Alm“ – nutzten seinem Eindruck nach die Park-Toiletten. Es gehe um die verbleibenden zehn Prozent. Schmitz sagte, ursprünglich sei schon daran gedacht gewesen, an der „Alm“ eine Toilettenanlage gleich mit anzulegen. Das sei aber an den technischen Gegebenheiten gescheitert – es gab nur eine Drainage-Leitung und keine, über die man Schmutzwasser hätte ableiten können.


Den Folgetext zum Thema gibt es hier:
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Moselbach-Alm: Die "Alternative zum Wildpinkeln" ist gefunden - sie heißt "Dixi-Uri"

Moselbach-Alm:Die "Alternative zum Wildpinkeln" ist gefunden - sie heißt "Dixi-Uri"

 

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Kommentare

Eine Gaststätte ohne eigene Toilette?
von Dortmund-Fan am 08.06.19 06:31 Uhr

Eine Gaststätte ohne eigene Toilette? Interessant! 😳🙄

Schnell, schneller, Moselbach-Alm
von AndreasWalgenbach am 08.06.19 08:48 Uhr

Ich finde es gut dass die Alm da ist. Nur ging mir das auf einmal etwas sehr schnell. Es wurde die fertige Lösung in der WZ am 13.5. präsentiert noch bevor interfraktionelle Runde oder andere Gremien und Ausschüsse sich damit befasst haben. Wäre das der Fall gewesen, wären auch diese Probleme im Vorfeld angesprochen worden und eine Lösung mit der Fertigstellung der Alm vorhanden gewesen, nun kann man nur reagieren und nachbessern.
Andreas Walgenbach

Toiletten-Rondell? Wohl eher Urinalstand. Momentan unzumutbare Verhältnisse!
von GuteFee1 am 08.06.19 11:39 Uhr

"Für Gaststätten, in denen alkoholische Getränke ausgeschenkt werden, wird in der Regel die Bereithaltung von Toiletten gefordert. Die gilt gemäß dem 'Toilettenerlass NRW' auch für Gaststätten, die nur alkoholfreie Getränke, aber größer als 50 Quadratmeter groß sind oder mehr als 50 Sitzplätze aufweisen." quelle: hotelier.de

Gaststättenverordnung NRW Toiletten
von rainer.m47 am 10.06.19 16:38 Uhr

Für Gaststätten, die mehr als 200 Besucher fassen, gilt die Versammlungstättenverordnung. Gaststätten, die weniger als 200 Besucher fassen: Für Gaststätten, in denen alkoholische Getränke ausgeschenkt werden, wird in der Regel die Bereithaltung von Toiletten gefordert. Die gilt gemäß dem 'Toilettenerlass NRW' auch für Gaststätten, die nur alkoholfreie Getränke, aber größer als 50 Quadratmeter groß sind oder mehr als 50 Sitzplätze aufweisen. Besteht keine Toilettenpflicht, ist auf einem Schild am Eingang der Gaststätte darauf hinzuweisen.

Die ganze Aktion war und ist hirnrissig.
von GuteFee1 am 12.06.19 11:11 Uhr

Angefangen beim Standort.. Wer bitte ist auf die Idee gekommen das Ding DA hinzustellen? Der einzige Standort der Sinn gemacht hätte wäre auf der Wiese am Parkeingang / Riphausstraße gewesen. Klar, dann hätte man natürlich in eigene Tischtennisplatten o.ä. investieren müssen aber das mit den WC`s wäre kein Problem gewesen. Selbst wenn es eine Toilettenwagen geben sollte wird das nur eine kurzfristige Lösung sein und letzten Endes werden diese stinkenden Pipi-Rondelle dann dort rumstehen. Die öffentliche Parktoilette ist im Übrigen ganz sicher nicht dazu gedacht damit sich die Kundschaft eines Gastronoms dort im großen Stil erleichtern kann damit selbiger Geld spart.

Wer hätte das gedacht
von xtfiht am 12.06.19 12:09 Uhr

Wer von unseren klugen Stadtplaner hätte im Vorfeld der Moselbachalm Planung daran gedacht, das auf Befehl alle Besucher der Alm nur in der " Weit entfernten " öffendlichen Toilettenanlage ihre Notdurft verrichten. So blauäugig und weltfremd kann man doch nicht sein, das man glaubt, das Männer nach 2 - 3 halbe Liter mal ebend 200 Meter zur Toilette laufen. Wer so etwas plant, kann in der Schule nur klatschen und tanzen gelernt haben!

Wer hätte das gedacht
von happu am 12.06.19 22:33 Uhr

Ist ja unglaublich. Auflagen wie Brandschutzmaßnahmen, Fluchtwege etc. WC-Toiletten für Privat und Gäste usw, sind doch wohl bei öffentliche Baumaßnahmen Pflicht.
Lachhaft was hier so passiert. Wer Genehmigt sowas?

Kannister ?
von bm-waltrop am 12.06.19 12:52 Uhr

Was passiert eigentlich mit dem Spül- und Reinigungsabwasser ? Wird das auf dem Rasen verteilt ? Sickergrube ? Oder in Kannister aufgefangen und abends im WC der Pächter - Wohnung entsorgt ?

Schmutzwasser
von ole1 am 12.06.19 16:03 Uhr

kann man dort nicht ableiten.Entweder man schafft Abhilfe oder die Alm muss wieder weg.Es gibt schließlich Auflagen für solche Lokale.Der Betreiber schickt seine Gäste auf die Parktoilette und der Steuerzahler übernimmt die Kosten.

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