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Mallorca mal anders: Es muss nicht immer Ballermann sein

Jenny Kuhn 29. August 2018 10:12

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    Keine Menschenseele in Sa Pobla bedeutet auch: große Erholung.

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    Von den Dorfbewohnern gab's für Nellys (v.l.), Evis, Jennys und Yvonnes Großeinkauf sogar Applaus.

Unvergesslich bleiben – das sollte doch irgendwie jeder Sommer, oder? Warum dann nicht einfach noch die letzten Sommersonnenstrahlen nutzen und einen Kurztrip nach Mallorca buchen? Meine Freunde und ich haben es getan.

Ich flog zum ersten Mal nach Mallorca – und wer denkt, ich verbrachte mit meinem Freunden einen Kurztrip am Ballermann und wir feierten im Bierkönig, der irrt sich. Mallorca geht nämlich auch wirklich anders!
Im Internet buchten wir uns kein Hotel, sondern mieteten uns ein Haus, fernab von der Feiermeile in Palma, fernab vom Meer und ja, fernab von ganz vielen Menschen. Sa Pobla hieß der Ort, 50 km vom Flughafen Palma de Mallorca entfernt.

Ganz oben und mitten auf einem Berg stand unser Haus. Nachbarn? Nö! Sa Pobla ist ein kleines Dorf, in dem fast nur Einheimische wohnen, selten kommen hier Leute vorbei wie wir, um dort Urlaub zu machen, so sagte uns ein Dorfbewohner bei unserer Ankunft. Wir fuhren also einen Berg hoch, es war ein richtiger Horrorweg. Schlaglöcher ohne Ende, keine richtige Straße und Wege, die komplett durch riesige Büsche führen.

Die Anfahrt zum Haus dauerte jedes Mal mindestens 20 Minuten. Umso schöner war es aber, zu sehen, dass weit und breit niemand in der Nähe wohnte und wir einen eigenen Pool hatten. Wahnsinn! Von hier oben hatten wir einen wunderschönen Blick auf das kleine Örtchen.

Und wie ist das Wetter bei Euch in Deutschland?

Nach unserer Ankunft kauften wir erst mal für die nächsten vier Tage ein. Für die Dorfbewohner war es anscheinend aufregend, dass neue Leute in ihre Stadt kamen. Sie kamen neugierig auf uns zu und fragten, woher wir kommen, was wir in Deutschland am liebsten essen und wie das Wetter dort ist – ein bisschen so, als wären wir Außerirdische. Eine Mitarbeiterin des kleinen Supermarktes zeigte uns die frisch gemachten Donuts, die wir unbedingt probieren sollten – und von da an war ich auch kulinarisch von Spanien begeistert.

Nachdem wir mit vier Einkaufskörben den Laden verließen, bekamen wir sogar einen kleinen Applaus. Warum? „Es hat noch nie jemand so viel gekauft wie ihr!“, rief uns jemand zu. Wir mussten lachen, aber mit insgesamt acht Leuten kommt da auch schon einiges zusammen.

Drei Tage verbrachten wir am Pool, machten coole Bilder mit unseren Luftmatratzen für den Pool, aßen unsere spanischen Süßigkeiten und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Und Musik gab es natürlich auch! Ganz laut – es störte ja niemanden, weil keiner nebenan wohnte. Das nächste Haus war zwei Kilometer entfernt.

Den letzten Tag verbrachten wir aber dann doch noch in Palma, da ich unbedingt die Stadt erkunden wollte. Eine traumhaft schöne Stadt, ich finde sie sehr sauber, freundlich und es gibt sehr coole Spots.

Wir ließen es uns aber auch nicht nehmen, die kleinen und feinen Lokale zu testen und liefen immer mehr in die Seitenstraßen der Stadt. An einem kleinen süßen Restaurant machten wir Halt und verbrachten hier viel Zeit. Selbstgemachtes Aioli mit Baguette und Antipasti – soooo lecker!

Mein Tipp also: Verlasst ab und zu auch die Hauptmeilen auf Palma und sucht in den Seitenstraßen nach Restaurants. Die sind dort oft genauso gut wie auf den Einkaufsstraßen und zudem spart Ihr hier ordentlich! Für acht Euro bekommt Ihr fern von dem Touri-Essen schon superleckere Gerichte, die auf riesigen Tellern serviert werden. Die kleinen Restaurants haben eine begrenzte Zahl an Sitzplätzen, also ist es auch nie laut dort.

Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang überkam es uns dann doch, einmal am Ballermann vorbeizufahren. Ich war noch nie dort und wollte einmal wissen, wie es ist – und ich wollte den Sonnenuntergang am Meer anschauen. Gesagt, getan. Eine komplett andere Welt überraschte uns dort und ganz ehrlich, mein Fall ist es absolut nicht. Zu laut, zu wild und vor allem zu schmutzig.

Zwar konnten wir einen schönen Sonnenuntergang am Meer sehen, aber irgendwie freute ich mich wieder darauf, in das kleine Dorf Sa Pobla zu fahren. Für mich muss Mallorca also nicht zum Partymachen sein, viel lieber lasse ich mich von Dorfbewohnern feiern, wenn ich bei ihnen einen Großeinkauf starte.

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