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Basketballspielerin Kiana Lisa im Interview: In Recklinghausen den Strand vermissen

Nick Schemmann 05. Februar 2018 10:25

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    Daumen hoch für Recklinghausen – oder doch nur fürs nette Zusammenleben? Die aus Honolulu stammende Kiana Lisa Robertson spielt Basketball bei Citybasket RE und lebt gerade bei der Familie von Praktikant Nick.

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    Kiki Robertson (r.) in Aktion: Den Basketball lässt sich die 22-Jährige auch beim Testspiel der Citybasket RE gegen den Barmer TV nur ungern abnehmen.

Was macht eine aus Honolulu stammende US-Amerikanerin in Recklinghausen? Sie spielt für das Damenteam von Citybasket RE Basketball in der 2. Bundesliga. Kiana Lisa Robertson ist 22 Jahre alt und wechselte im September 2017 vom College in Alaska in die Ruhrfestspielstadt. Vier Jahre ging das Energiebündel für die University of Alaska Anchorage auf Korbjagd und sucht nun in Recklinghausen eine neue Herausforderung. Sie lebt während ihrer Zeit in Recklinghausen in unserer Familie, ich habe sie interviewt.

Scenario: Kiana Lisa, mit welchen Erwartungen bist Du nach Deutschland gekommen?
Kiana Lisa:
An Deutschland hatte ich kaum Erwartungen. Ich wollte neue Kulturen kennenlernen. Zu Citybasket bin ich gegangen, weil ich Erfahrungen sammeln wollte, um mich als Basketballspielerin weiterzuentwickeln. Vor allem war es schon immer mein Traum, mit Basketball Geld zu verdienen.

Scenario: Was hat Dich in Deutschland überrascht?
Kiana Lisa: Mich haben die Unterschiede im Vergleich zu den USA sehr überrascht. Die Zugverbindungen sind hier viel weiterentwickelter als bei mir zu Hause. Hier kommt man viel schneller von einem Ort zum anderen als in den USA. Die Einkaufsläden sind ganz anders. Hier fahren mehr Leute Fahrrad, als ich mir vorgestellt hatte. Autos dürfen auf dem Bordstein parken. Das sind wahrscheinlich die größten Überraschungen, auf die ich hier getroffen bin.

„Am besten schmecken mir Kohlrouladen“

Scenario: Wie schmeckt die deutsche Küche? Hast Du schon ein Lieblingsgericht?
Kiana Lisa: Ich mag die deutsche Küche. Ich esse hier anders als zu Hause. Bei uns in Hawaii essen wir mehr Fisch. Hier esse ich viel mehr Fleisch und probiere ganz neue Gerichte. Ich glaube, Kohlrouladen haben mir hier bisher am besten geschmeckt.

Scenario: Wie gefällt Dir Recklinghausen als Stadt?
Kiana Lisa: Sie ist okay. Die Stadt selbst ist eher klein, aber die Großstädte sind ja fast nebenan.

Scenario: Wie bist Du überhaupt zum Basketball gekommen?
Kiana Lisa:
Mein Vater hat schon am College Basketball gespielt. Ich finde auch, dass man dadurch, dass es nur wenige Spieler gibt, ein besseres Verhältnis zu seinen Mitspielerinnen hat. Außerdem finde ich es in der Halle angenehmer als draußen.

Scenario: Wodurch unterscheidet sich das Basketballspiel in Deutschland von dem in den USA?
Kiana Lisa:
In Deutschland kann jeder irgendwie jede Position spielen. In Amerika sind die Positionen viel strenger zugeordnet. Auch die Spielregeln sind ein wenig anders. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen.

Scenario: In Deutschland wird Basketball beinahe ausschließlich im Verein gespielt, in den USA am College oder an der Highschool. Welches System findest Du besser?
Kiana Lisa:
Ich finde das amerikanische System besser. Man hat eine bessere Chance, eine gute Entwicklung von der Highschool zum College zu nehmen. Später im College wird es immer anstrengender und die Erwartungen an dich sind viel höher als hier. Im Vergleich zu Deutschland sind die Leute im College nur auf Basketball und Schule fokussiert. Hier ist es mehr so eine Beschäftigung nebenbei.

Scenario: Bist Du mit Deinem Team und Coach Peer Reckinger zufrieden?
Kiana Lisa:
Ich bin fasziniert davon, wie wir uns als Team weiterentwickelt haben. Sieht man, wie wir uns als Aufsteiger in den ersten Spielen schwergetan haben, sind wir jetzt auf einem guten Weg. Ich bin vom ersten Tag an vom Team sehr gut aufgenommen worden. Alle sind sehr nett zu mir, ich unternehme auch abseits vom Sport etwas mit einigen meiner Mitspielerinnen.

Scenario: Was könnt Ihr denn noch verbessern?
Kiana Lisa: Um Erfolg zu haben, müssen wir uns mehr auf Basketball fokussieren und in den Spielen nicht so leicht aufgeben.

Scenario: Was vermisst Du am meisten?
Kiana Lisa:
Ich vermisse es, spontan an den Strand gehen zu können und meine Freunde zu sehen. Natürlich vermisse ich auch meine Familie.

Scenario: Plagt Dich manchmal auch das Heimweh?
Kiana Lisa:
Wie gesagt, natürlich vermisse ich meine Freunde und meine Familie. Also mehr die Menschen als den Ort selbst.

Scenario: Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Kiana Lisa:
In der Zukunft hoffe ich, irgendwo in Europa meine Profikarriere fortsetzen zu können. Natürlich will ich auch als Basketballspielerin wachsen und mich immer weiterentwickeln.+

Scenario: Kannst Du Dir auch vorstellen, weiter für Citybasket RE zu spielen?
Kiana Lisa:
Natürlich. Ich bin hier sehr glücklich. Auch wenn ich gerne andere Vereine und Länder kennenlernen möchte, hindert mich das nicht, hier noch ein Jahr dranzuhängen.

Scenario: Und was kommt nach dem Basketball?
Kiana Lisa:
Nach dem Basketball plane ich, Krankenschwester zu werden, damit ich etwas für die Gemeinschaft tun kann.
Spitzname: Kiki
Alter: 22 Jahre
Größe: 1,63 m
Position: Pointguard
Laufbahn: Kiki Robertson hat an einer Highschool in Honolulu Basketball gespielt und ist danach ans College in Alaska gegangen.
Team: Citybasket Recklinghausen hat im vergangenen Jahr den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord geschafft. Anfangs hatte das Team Probleme, sich zu finden und zierte lange das Tabellenende. Nach drei Erfolgen in Serie schöpft das Team um Headcoach Peer Reckinger nun wieder Hoffnungen auf den Klassenerhalt.
Infos zum Basketball in Recklinghausen auf: www.citybasket.de

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